Geschichtliches der Kirchengemeinde St. Joseph

Im Jahre 2018 feierte die Kirchengemeinde St. Joseph ihr 100-jähriges Gemeindebestehen; bereits im Jahre 2002 wurde das 100-jährige Bestehen des Kirchenbaues gefeiert. Grund genug, die Geschichte der Kirche bzw. Gemeinde einmal aufzuzeigen.

Im dem nachstehenden geschichtlichen Überblick sind einige Meilenstein aus der Geschichte der Kirchengemeinde St. Joseph aufgezeichnet.

Chor an St. Joseph Lippstadt

Der Chor an St. Joseph wurde im Jahr 2007 unter der Leitung von Dipl.- Mus. Harduin Boeven gegründet. Insbesondere werden die Gottesdienste an den Hochfesten und an besonderen Sonntagen im Kirchenjahr musikalisch gestaltet.

Einer besonderen Herausforderung stellte sich der Chor im Jubiläumsjahr der Kirche St. Joseph. Er führte am 25. November 2018 gemeinsam mit dem Chor an St. Nicolai, dem Kammerchor Lippstadt und der Alten Philharmonie Münster die Messe solennelle en I’honneur de Sainte Cécile (Cäcilienmesse) von Charles Gounod in der Kirche St. Joseph auf.

Trotz manchmal anstrengender Probenarbeit kommen auch der Spaß und die Geselligkeit auf keinen Fall zu kurz. So finden einmal im Jahr u. a. eine Mehrtagesfahrt (z. B. nach Salzburg) und ein Sommerabend am Alberssee statt.

Der Chor probt immer montags von 19:15 Uhr bis 20:45 Uhr im Pfarrheim St. Joseph. Danach gibt es immer noch ein „Nachsingen“…

Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen!

Chor an St. Joseph, Foto: Peter Risse

Die Pfarrbücherei in St. Joseph bietet die unterschiedlichsten Medien an, mit denen Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene und Senioren Zugang zu Informationen erhalten können.

Öffnungszeiten ab 11.04.2018:
mittwochs von 17:00 bis 18:30 Uhr
Darüber hinaus können Sondertermine für Führungen durch die Bücherei (Schulen und Kindergärten) vereinbart werden.

Ansprechpartner:
Astrid Wessel ( Tel.: 02941/5316 )
Pfarrbüro St. Joseph ( Tel.: 02941/13638 )
sowie das gesamte Büchereiteam

„Hast Du ein Buch, bist Du nie allein“ – dieser Spruch gilt hier ganz besonders, denn Lesen ist mehr als Informationsaufnahme, Lesen ist Spannung, Lesen bildet und Lesen verbindet. Wer ist nicht schon einmal über ein gutes Buch mit einem Menschen ins Gespräch gekommen.

Die Bücherei in St. Joseph ist Anlaufpunkt für alle, die Spaß am Lesen haben, im ganzen Pastoralverbund und darüber hinaus. Hier ein kurzer Überblick über die mehr als 80jährige Geschichte der Bücherei.

Geschichte

Begonnen hat das Büchereiwesen in St. Joseph mit der Gründung des sog. Borromäus-Einzelvereins St. Joseph am 26.01.1928. Das Gründungsprotokoll erwähnt in einem Schreiben an den Borromäus-Verein in Bonn, dass sich die Leserschaft hauptsächlich aus Arbeitern mit ihren Familien und einigen Beamten zusammensetzt. Dieses ist nicht verwunderlich, denn die Schichtung der Bewohner des Südens wurde damals durch die zwei großen Werke in Lippstadt, Westfälische Union und Westfälische Metallindustrie (heute Hella Werke), bestimmt.

Ihren ersten Standort hatte die Bücherei in der alten Josefschule. Der erste Standortwechsel fand 1931 statt. Die Bücherei bezog Räume in der neuen Vikarie, Josefstraße 27. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte es auch die Bücherei, insbesondere als katholisch geführte Bibliothek, sehr schwer. Alle Bücher, die von den Büchereien bestellt wurden, sind damals von den Beratungs- und Kontrollstellen für volkstümliches Büchereiwesen zensiert worden. Den freiwilligen Helferinnen und Helfern wurde seinerzeit insbesondere von diesen Stellen mancher Stein in den Weg gelegt.

Nach dem Krieg ging es mit der Bücherei wieder aufwärts. Im Jahre 1955 fand erneut ein Umzug statt, und zwar in das neue Jugendheim an der Görresstraße. Die zur Tradition gewordenen  Buchausstellungen waren schon damals ein Spiegelbild der positiven Entwicklung unserer Bücherei.

Im Jahre 1982, mit Gründung der Pfarrgemeinde St. Bonifatius, wurde die Pfarrbücherei  St. Joseph auch für die Leserschaft dieser Gemeinde zuständig. Nach der Renovierung des Pfarrheimes bezog die Pfarrbücherei im Jahre 2000 (Buchbestand ca. 6.000 Bücher) neue, der Ausleihpraxis angepasste Räumlichkeiten. Das Medienzentrum in Paderborn ersetzte das alte Mobiliar durch eine neue moderne Einrichtung.

Gegenwart

Heute ist die Pfarrbücherei mit 4.800 Büchern und ca. 200 aktiven Mitgliedern eine Anlaufstelle für Leser jeden Alters in unserem Pastoralverbund. Die Bücherei verzeichnet nicht nur Leser aus dem Pastoralverbund Lippstadt-Mitte, sondern auch aus anderen Gebieten Lippstadts. Die Schwerpunkte liegen im Bereich der Kinderbücher sowie Krimis und Bestseller für Erwachsene. In der Bücherei können von religiösen Büchern bis Biographien, von Reisebüchern bis Romanen die verschiedensten Genre ausgeliehen werden.

Jährlich werden neue, aktuelle Bücher angeschafft und am Büchersonntag im November in Form einer Buchausstellung vorgestellt. Die Bücherei befindet sich im Pfarrheim an der Görresstraße.

Die Umstellung unseres Büchereibetriebes auf EDV ist abgeschlossen. Ab dem 09.01.2011 arbeiten wir endgültig mit dem neuen System. Wir hoffen, damit insbesondere die Rücknahme und Ausleihe beschleunigen zu können und Ihnen darüber hinaus noch schneller und kompetenter Auskunft geben zu können.

Mit der Umstellung werden wir EDV-gerechte Benutzerausweise einführen, die alten Ausweise werden kostenlos ausgetauscht. Ab Januar 2011 halten wir Ihren neuen Benutzerausweis an der Verbuchung bereit. Bitte bringen Sie ihn in Zukunft zu jeder Ausleihe mit.

Zugleich müssen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen unsere Benutzerordnung ändern. Die neue Nutzungsordnung wird Ihnen im Januar bei Ihrem Besuch ausgehändigt.

Da die Kosten für Buchfolien und andere wichtige Materialien gestiegen sind, müssen wir die Grundgebühr unserer Bücherei auf 5,00 € jährlich pro Familie anheben. Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen und, Sie bald wieder in unserer Bücherei begrüßen zu dürfen.

Text und Bilder: Klaus Risse

Fotos: Klaus-Peter Risse / Sabine Risse

St. Joseph
Josefkirchstraße 8

59557 Lippstadt

Pfarrbüro: Klosterstraße 5
59555 Lippstadt
Tel. 02941 / 33 99

Der Weg zu einer zweiten katholischen Kirche in Lippstadt

Von weitreichender Bedeutung für die Stadt Lippstadt war im Jahre 1807 eine Verfügung des Militärgouverneurs zur Wiedererrichtung einer katholischen Gemeinde in der Stadt, der ersten seit Einführung der Reformation. Der katholischen Bevölkerung wurde hierbei die Nicolaikirche als Pfarrkirche überwiesen.  Im Juni 1807 übergab die lutherische Gemeinde Kirche und Pfarrhaus an die Katholiken. Fast einhundert Jahre lang blieb die Nicolaikirche die einzige katholische Kirche in der Stadt.

Steigende Einwohneranzahl

Die Einwohnerzahl stieg in der Stadt nach der Einwohnerstatistik der Stadt Lippstadt von 8.137 Einwohnern im Jahre 1875 auf 13.690 Einwohner im Jahre 1902 an. Besonders die Zahl der katholischen Bevölkerung war dabei gestiegen. Daran hatte der neue Stadtteil im Süden, der außerhalb der bisherigen Stadtgrenze vorzugsweise aus kleinen Arbeiterwohnhäusern bestand und eine rein katholische Einwohnerschaft hatte, einen erheblichen Anteil. An der Unionstraße, der Bökenförder Chaussee (heute: Bökenförder Straße), der Erwitter Chaussee (heute: Erwitter Straße) und der Radstraße (heute: Ebertstraße) entstanden kleine Wohnhäuser für die Arbeitskräfte der Unionwerke.

Durch die Erweiterung der Stadt erschien der Bau einer zweiten katholischen Kirche notwendig. Hierfür setzte sich insbesondere der Pfarrer der Nicolaikirche Prälat Caspar Georg Cramer ein. Aber auch der Direktor der Unionwerke Franz Schütte hatte in hohem Maße Anteil an dem Bau der Kirche. Unter anderem vermittelte er das notwendige Grundstück nahe der schon bestehenden Josefschule. Viele Schenkungen und Spenden hat die Pfarrgemeinde Franz Schütte zu verdanken. August Kleine, einer der Gründer der Brauerei Weißenburg setzte sich ebenfalls für die neue katholische Gemeinde ein. Die Gesamtkosten des Kirchenbaues in Höhe von 130.000 Mark wurden zur Hälfte von Spenden der Gläubigen erbracht. Besonders bemerkenswert ist, dass viele Arbeiter der Westf. Union neben ihrer täglichen Arbeit im Werk noch freiwillige Stunden zum Bau der Kirche beitrugen.

Baubeginn war mit der Grundsteinlegung am 16.05.1901. Nach den Plänen des Architekten Mündelein und der Ausführung des Bauunternehmens Pehle wurde die Kirche im Jahre 1902 fertig gestellt und am 14. Oktober 1902 dem Schutzpatron der Arbeiter „St. Joseph“ geweiht.

Filialkirche der Nicolaikirche

Bis zum Jahre 1918 war die Josephkirche Filialkirche der Nicolaikirche. Die Betreuung der Gemeindemitglieder lag bis dahin in den Händen von Pfarrvikaren. 1902 – 1905 Rektor Möhring, 1905 – 1912 Rektor Husemann, 1912 – 1918 Johannes Wallmeyer. Die Erhebung zur selbstständigen Pfarrgemeinde erfolgte, u.a. bedingt durch die Wirren des ersten Weltkrieges, erst am 2. Juni 1918. Johannes Wallmeyer, der seit 1912 Pfarrvikar der Gemeinde war, wurde ihr erster Pfarrer.

Entstehung weiterer Gemeinden aus der Gemeinde St. Joseph

Wegen der stetig wachsenden Einwohnerzahl und der räumlichen Vergrößerung des südlichen Stadtteils sind aus der Gemeinde St. Joseph zwei weitere Gemeinden entstanden (Pfarrei St. Pius, Einweihung der Kirche am 28. Juni 1969 und die Kirche St. Bonifatius, die am 01. Februar 1984 selbstständige Pfarrei wurde).

Gemeindeleben

Die Gemeindearbeit in der Pfarrei konnte sich sehen lassen. Angefangen mit der Messdiener- und Jugendarbeit bis hin zu Frauen- und Seniorentreffs sowie der Kath. Arbeiterbewegung (KAB) war alles vertreten. Die vielen Gruppen trafen sich im Pfarrheim regelmäßig zu Gesprächskreisen und verschiedenen Aktivitäten.

Zur Einweihung des Christophorushauses wünschte sich Pfarrer Johannes Wallmeyer gesangliche Einlagen. Sein Neffe, der als Kantor an der Kirche wirkte, scharte einige Männer und Frauen um sich, die zur Eröffnung des Christophorushauses singen sollten. Hieraus entstand der erste Chor an St. Joseph.

Nachdem der Kantor Johannes Tusch die Gemeinde verlassen hatte, löste sich auch der Chor an St. Joseph auf. Im Jahre 2007 wurde daher auf Initiative des Kirchenvorstandes und sangesfreudiger Frauen und Männern der Gemeinde eine Schola gegründet, aus der dann der 2. Chor an St. Joseph unter Leitung des Kantors und Diplom-Kirchenmusikers Harduin Boeven erwachsen ist.

Vielen Lippstädtern sind die in den 70er-Jahren von der Gemeindejugend veranstalteten Discoabende noch in guter Erinnerung. Die Josefstraße war mittwochs vor dem Pfarrheim während des Discoabend von Fahrrädern zugestellt. Jugendliche aus der ganzen Stadt waren in der Disco zu finden. Hier hat sich manche Freundschaft begründet und so manche Eheschließung hat sich hier angebahnt.

Auch die Messdienerarbeit in der Gemeinde konnte sich sehen lassen. Die Messdienerstunden im Jugendheim waren in der Woche Bestandteil vieler Kinder und Jugendlicher. Viele Aktivitäten, z.B. Ferienfreizeiten, rundeten das Bild ab. In den 50er- und 60er-Jahren waren in der Gemeinde St. Joseph zum Teil über 100 Messdiener aktiv.

Ende 1971 wurde Reinhard Horn von dem damaligen Jugendkaplan Christoph Fechtelpeter gefragt, ob er mit seinem Klavierspiel den Jugendgottesdienst begleiten wolle. Alle vier Wochen gab es im Jugendheim einen Gottesdienst für Jugendliche. Es bildete sich nach und nach ein Kreis Jugendlicher, die Gruppe „Kontakte“ wurde gegründet. Sie gestaltete nun regelmäßig die Gottesdienste, zum Teil mit eigenen Liedern und Texten. Auch außerhalb der Gemeinde war die Gruppe bekannt und ist sogar während mehrerer Kirchentage aufgetreten. Die Gruppe Kontakte hat sich aufgelöst, aber Reinhard Horn ist unserer Gemeinde immer noch verbunden. Sowohl zum 100-jährigen Jubiläum des Kirchenbaues, als auch zum 100-jährigen Gemeindejubiläum schenkte der heutige Kinderliedermacher der Gemeinde St. Joseph jeweils ein geistliches Lied.

Neben den Kindergärten St. Joseph und St. Antonius gehörte auch die Familienbildungsstätte früher Bräute und Mütterschule zur Gemeinde. Der Kindergarten St. Antonius ist später der Kirchengemeinde St. Bonifatius angegliedert werden. Das Gebäude der Familienbildungsstätte ist zwischenzeitlich an den INITEC Lippstadt verkauft worden.

Besuche der Hl. Mutter Teresa

Die Realschullehrerin Josepha Gosselke, wohnhaft in der Gemeinde St. Joseph, war von 1964 bis 1981 Landesvertreterin der Mitarbeiter Mutter Teresas. Der nahe Kontakt zu Mutter Teresa ermöglichte ihr, sie mehrfach nach Lippstadt in die Josephskirche einzuladen. Mutter Teresa hat unsere Kirche einige Male besucht. In der vollen Kirche sprach zu den Gläubigen und betete mit ihnen.