Ostern 2021

Kreuzweg Station 1

By 2. April 2021 No Comments

† Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 Gebet:

Zimmermann-
wer hätte das gedacht?
So oft die Balken gehobelt,
damit die Menschen ein Dach über dem Kopf haben.
So oft das Holz bearbeitet,
damit Heimat entsteht.
So oft eine Herberge errichtet,
damit niemand zu frieren, zu hungern,
allein sterben zu braucht.
und jetzt das,
ein Balken in deinen Händen,
der keine Heimat ist,
der nicht das Leben beherbergt, sondern den Tod.
Zimmermann aus Nazareth.

Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter                                                              

Aus dem Evangelium nach Markus

Jesus rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.

Geschwister-Levy-Platz
Wir stehen mit unserem Kreuz an diesem besonderen Ort.
Ein Ort, der an Menschen unserer Stadt erinnern soll, denen alles, aber wirklich alles genommen wurde.
Ihr Hab und Gut, ihre Heimat, ihre Familie, ihre Würde und ihr Menschsein….

Jesus wird seiner Kleider beraubt.         

Aus dem Evangelium nach Johannes:                                                                   

Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben.

 

Impuls                                                                                                                               

Nur eine Frage der Perspektive?

Wenn ich alles habe, kann ich sagen: achte auf die inneren Werte…

Wenn ich nichts habe, werde ich sagen: von inneren Werten werde ich nicht satt…

Wenn ich meine Lieben um mich herum habe, denke ich immer mal wieder: ihr seid mir alle zu viel, zu anstrengend…

Wenn mir das Liebste genommen wird, wird es in mir schreien: diese Leere ist durch nichts mehr wieder zu füllen…

Wenn ich durch meinen eigenen Garten schreite, sage ich zu meinem Nachbarn: das hier ist schon eine ganz schön große Verpflichtung…

Wenn ich aus meiner Heimat vertrieben wurde, frage ich immer wieder: wo bin ich willkommen, wo kann ich wieder Wurzeln schlagen…

Wenn man mich mit Respekt behandelt sage ich gar nichts dazu, denn es ist für mich selbstverständlich.

Wenn man mich meiner Würde beraubt sage ich auch nichts, denn meine Seele ist verstummt…

Und wenn Jesus mir meinen Blick erweitern will, sage ich dann: Ja, ich will?

Liedruf: Holz auf Jesu Schultern