Orgelbauverein Lippstadt

Aufgrund erheblicher Mängel an der großen Orgel in St. Nicolai haben 2021 die ersten Planungen zum Bau einer neuen Orgel begonnen. Im Juni 2021 hat sich ein Orgelbauverein gegründet, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Bau einer neuen Orgel finanziell durch Benefizkonzerte und ideell zu unterstützen.

Sommeroperetten „Konzert um 4“ voller Strahlkraft, Liebe und Lebensfreude

Trotz rekordverdächtiger Außentemperaturen verzauberte ein Operettenkonzert im gut besuchten und angenehm temperierten Nicolaiforum am 28. Juni mit beschwingten Melodien und großer Gefühlskunst das Publikum. Das Künstlerehepaar Gabriele (Sopran) und Hartmut Brüsch (Flügel) verstanden es schnell beim Publikum die Leidenschaft für die leichte Muse zu befeuern. Anstelle eines üppigen Orchesters trat der offene Flügel in den Mittelpunkt – und mit ihm eine Sopranistin von beeindruckender Präsenz.

Einer der Höhepunkte des Konzertes war fraglos der Schlager „Strahlender Mond“ aus Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“. Die verträumte Melodie, die von Liebe und Sehnsucht unter dem nächtlichen Himmel erzählt, entfaltete bei den Zuhörern ihre ganze Intensität und es war, als wolle der Mond selbst dem glühenden Tag die Schwere nehmen und die Herzen mit romantischer Leichtigkeit erfüllen. Nicht weniger berührend geriet das Thema „Liebe und Treue“, das sich wie ein roter Faden durch das Programm zog – mal schwärmerisch, mal voller Augenzwinkern und operettenhafter Komik, mit der die ewigen Gefühle auch mal auf die Schippe genommen wurden. Gerade in den reduzierten Passagen, wo der Flügel nur dezent die Akzente setzte und die Stimme ungeschützt erklang, bewiesen die Künstler ihre ganze Klasse.

Bei vielen Zuhörern weckten die altbekannten Melodien Erinnerungen an frühere Zeiten und schafften einen Zugang zur eigenen Vergangenheit und zu Gefühlen von Freude, Wehmut und Gemeinschaft. Das nächste Konzert ist am 20. September 2026. Chor und Orgel in der Nicolaikirche. Wir freuen uns, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Wenn auch Sie unsere Arbeit zukünftig unterstützen möchten, dürfen Sie das gern in Form einer Spende auf unser Konto (IBAN: DE89414500750014453435). Auch über eine Mitgliedschaft in unserem Orgelbauverein würden wir uns sehr freuen. Weitere Informationen zu allen Themen finden Sie auf den in den Kirchen ausliegenden Faltblättern sowie im Internet unter www.orgelbauverein-lippstadt.de.

August Sternberg

Vors. Orgelbauverein St. Nicolai Lippstadt

Orgelbauverein St Nicolai unterwegs

Am 15 Mai 2026 fand wieder die jährliche Orgelfahrt für Mitglieder des Orgelbauvereins und Interessierte Orgelliebhaber statt. Ziel der diesjährigen Fahrt war es, Orgeln aus unterschiedlichen Epochen und Klangidealen kennenzulernen und natürlich ausgiebig anzuhören. Erste Station war die Pfarrkirche St. Clemens in Hellinghausen. Sie ist eine der ältesten Steinkirchen Westfalens und ihr heutiges Gebäude wurde im Jahr 1782 fertiggestellt. Das Herzstück der Kirche ist eine historische Orgel  erbaut vom fürstbischöflichen Hoforgelbauer Johann Gottlieb Müller aus Paderborn im Jahr 1783. Sie gilt heute als die größte erhaltene Orgel dieses Orgelbauers in Westfalen. 1845 wurde die Orgel vom Orgelbauer Carl Kuhlmann aufgrund von Materialschäden („Bleifraß“) umgebaut. Nach einer Restaurierung durch die Firma Krawinkel aus Warstein erfolgte 2010 eine grundlegende Reinigung und Überholung der Orgel. Klein, aber fein erklingt sie hell, schlank und transparent mit kurzer Nachhallzeit. Ideal für barocke und klassische Literatur.

Weiter ging die Fahrt zur Propsteikirche St. Stephanus und Sebastian in Beckum, eine der Urpfarren des Münsterlandes. Ihre Orgel ist überregional bekannt. Sie wurde 1913 von der renommierten Bonner Orgelbauwerkstatt Johannes Klais erbaut, gilt als die größte erhaltene spätromantische Orgel Westfalens und fasziniert durch ihren besonderen Klangreichtum. Die spätromantische Orgel klingt warm, voll, orchestral mit weichen Streichern, schwellfähigem Werk und üppigem Fundament. Sie erzeugt einen fast „schwelgerischen“ Klangteppich, ideal für Reger, Liszt oder französische Romantik mit großer Dynamik und langem Ausschwingen im Kirchenraum. Der stattliche Orgelprospekt selbst ist bereits aus dem Jahr 1721. Zwischen 2011 und 2013 wurde das wertvolle Instrument von Philipp Klais, dem Urenkel des Erbauers, aufwendig restauriert.

Dann erfolgte ein Besuch der Basilika St. Ida in Herzfeld.  Die große Orgel der Fa Sauer wurde am 26. November 2002 eingeweiht und befindet sich auf der Westempore. Sie ist ein stattliches Instrument der Moderne mit 47 Registern auf drei Manualen und Pedal (III/P). Genau zehn Jahre später, am 1. April 2012, erhielt die Kirche die historische englische Chororgel als „kleine Schwester“. Seit dem Herbst 2015 können beide Orgeln über einen gemeinsamen, fahrbaren Zentralspieltisch von unten gespielt werden. Leider konnten wir die Orgel wegen eines technischen Defektes nicht spielen, was wir aber sicher zeitnah nachholen werden. Ein Tag mit vielen Eindrücken fand schließlich seinen Abschluss im Gasthof Stratbücker. Ein besonderes Dankeschön an dieser Stelle an die teilnehmenden Organisten für ihre musikalischen Darbietungen und an Harduin Boeven für seine fachkundigen Erklärungen an den Instrumenten.

Übrigens, unser nächstes Konzert um 4 ist bereits am 28. Juni im Nicolaiforum. Wir freuen uns schon jetzt auf ihr Interesse. Wenn auch sie unsere Arbeit zukünftig unterstützen möchten, dürfen sie das gern in Form einer Spende durch eine Überweisung auf unser Konto (IBAN: DE89414500750014453435). Auch über eine Mitgliedschaft in unserem Orgelbauverein würden wir uns sehr freuen. Weitere Informationen zu allen Themen finden sie auf den in den Kirchen ausliegenden Faltblättern sowie im Internet unter www.orgelbauverein-lippstadt.de.

August Sternberg

Vors. Orgelbauverein St. Nicolai Lippstadt

Ein Fest des Barock: Flöte und Cembalo im Dialog

Das „Konzert um 4“ am 15. März 2026 (4. Fastensonntag, Laetare) stand diesmal ganz im Zeichen des Barock und entführte die Zuhörer mit Werken von Vivaldi, Albinoni, Händel und Bach in die klangliche Vielfalt des 18. Jahrhunderts. Annette Padberg-Böhm (unterschiedliche Blockflöten) und Harduin Boeven (Orgel und Cembalo) überzeugten mit ihrer beeindruckenden Spielfreude und spannten einen Bogen von den italienischen Meistern bis nach Deutschland. Von Antonio Vivaldi erklang das Flautinokonzert und einer seiner Sonaten mit Orgelbegleitung. Sein venezianischer Zeitgenosse Tomaso Albinoni, einst ebenso berühmt wie Vivaldi und von Bach bewundert, war mit seinem Concerto a-Moll vertreten, die den typisch italienischen Gesang auf das Instrument übertrug. Nach zwei Orgelstücken von Pachelbel und einem unbekannten Komponisten wurde das Konzert mit Händel und Bach im Kirchenraum vor dem Altar fortgesetzt.

Besonders beeindruckend auch durch die unmittelbare Nähe zum Publikum war das hautnah erlebbare Zusammenspiel von Flöte und Cembalo. Die Flötistin überzeugte durch ihre klaren Töne und ihre Beweglichkeit selbst in den virtuosesten Läufen . Der Cembalist verstand es meisterhaft, nicht nur eine stützende Begleitung zu liefern, sondern eigene Akzente zu setzen und mit registrierten Klangfarben für Abwechslung zu sorgen. Das Zusammenspiel des Duos war von großer Homogenität geprägt, mal im versonnenen Dialog der langsamen Sätze, mal im freudig-wetteifernden Wettstreit der schnellen Ecksätze. Selbst die Kinder in der ersten Reihe hielt es vor Begeisterung dann auch nicht mehr auf den Stühlen. Mit diesem gelungenen Konzert wurde einmal mehr deutlich, warum die Kammermusik des Barock auch heute noch nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Das nächste Konzert ist unser Sommerkonzert am 28. Juni. Wir freuen uns auf Ihr Interesse. Wenn auch Sie unsere Arbeit zukünftig unterstützen möchten, dürfen Sie das gern in Form einer Spende auf unser Konto (IBAN: DE89414500750014453435). Auch über eine Mitgliedschaft in unserem Orgelbauverein würden wir uns sehr freuen. Weitere Informationen zu allen Themen finden Sie auf den in den Kirchen ausliegenden Faltblättern sowie im Internet unter www.orgelbauverein-lippstadt.de.

August Sternberg

Vors. Orgelbauverein St. Nicolai Lippstadt

Konzert um 4 „Advent in den Bergen“ am 30.November

Ein Konzert der besonderen Art bot sich den Besuchern am ersten Advent 2025 in der sehr gut besuchten St. Nicolai Kirche. Unter dem Titel „Advent in den Bergen“ gestalteten die Waliboer Alphornbläser und der Organist Harduin Boeven ein faszinierendes Konzert, das die Grenzen zwischen alpiner Tradition und sakraler Musik aufhob und zu einer meditativen Einstimmung auf die Adventszeit einlud.
Die tiefen, resonanten Töne der Alphörner, die vom Altarraum der Kirche ertönten, füllten den Raum mit einer urtümlichen Wärme und Weite, die unmittelbar fesselte. Es war, als ob der Ruf der Berge selbst in den Kirchenraum getragen würde.
Schnell entfaltete sich das einzigartige Klangspektrum dieser ungewöhnlichen Instrumentenkombination. Die Orgel, mit ihrer Vielstimmigkeit, bildete das klanggewaltige Fundament, über dem sich die melodischen Linien der Alphörner entfalten konnten. Harduin Boeven improvisierte zwischenzeitlich einige adventlichen Weisen an der großen Orgel. Diese entfaltete dabei ihr ganzes Spektrum und entführte die Zuhörer auf eine musikalische Meditation durch die Adventszeit.  Sanfte flötenhafte Register, die wie ein Hauch wirkten, wechselten zu mächtigen, raumfüllenden Tutti.

Zum Schluss gab es stehende Ovationen für die Musiker – und eine Zugabe. Das Konzert war  eine tiefgründige, emotional berührende Erfahrung, die geistliche und weltliche Sphären, handwerkliche Präzision und urwüchsigen Ausdruck zusammenführte. Die Künstler bewiesen großes Feingefühl für die Akustik des Raumes und die Balance der Klänge. Das Publikum verließ dann auch sichtlich bewegt und mit vielen Informationen über Geschichte und Bauart des  Alphornes bereichert die Kirche. Es war mehr als nur ein Konzert; es war eine klangliche Meditation und eine tief berührende Einstimmung auf die stille, erwartungsvolle Zeit des Advents.

Das nächste Konzert ist am 15. März 2026. Wir freuen uns auf ihr Interesse. Wenn auch Sie den Orgelbauverein St. Nicolai zukünftig unterstützen möchten, dürfen Sie das gern in Form einer Spende durch eine Überweisung auf unser Konto (IBAN: DE89414500750014453435). Auch über eine Mitgliedschaft in unserem Orgelbauverein würden wir uns sehr freuen. Weitere Informationen zu allen Themen finden sie auf den in den Kirchen ausliegenden Faltblättern sowie im Internet unter www.orgelbauverein-lippstadt.de.

August Sternberg

Vors. Orgelbauverein St. Nicolai Lippstadt

Orgelfahrt nach Borgentreich und Warburg

Eine Gruppe von Orgelliebhabern aus Lippstadt unternahm am 02. Mai 2025 eine faszinierende Orgelfahrt mit Besichtigungen in Borgentreich und Warburg. Die vom Orgelbauverein St. Nicolai organisierte Fahrt bot eine einzigartige Gelegenheit, neben dem Besuch des Orgelbaumuseums zwei historische und klanglich bedeutende Orgeln zu erleben und mehr über den Klang, ihre Geschichte und Bauweise zu erfahren.

Die erste Station der Fahrt aber war das Orgelbaumuseum in Borgentreich. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden August Sternberg konnten die Teilnehmer unter sachkundiger Führung einen umfassenden Einblick in die Geschichte und die Kunst des Orgelbaus gewinnen. Einblicke in die Welt der Königin der Instrumente, Funktionsweise, klanglicher Aufbau, handwerkliche Herstellung und geschichtliche Entwicklung wurden leicht verständlich und unterhaltsam präsentiert. In direkter Nachbarschaft zum Museum ging es dann in die St. Johannes Baptist Kirche. Hier befindet sich die weltweit größte doppelte Springladenorgel. Sie gilt auch als eine der berühmtesten Denkmalorgeln Europas und ist eine der größten Barockorgeln in Westfalen. Sie wurde nach der Jahrtausendwende durch die Firma Eule aus Bautzen in insgesamt sieben Bauabschnitten restauriert und in ihren heutigen ausgezeichneten Zustand versetzt.

Der Dekanatskirchenmusiker Jörg Kraemer gab eine Einführung in die Geschichte des Instruments mit ihren 45 Registern und über 3000 Pfeifen und demonstrierte seine vielfältigen Klangfarben anhand einiger ausgewählter Musikstücke.

Im Anschluss ging es weiter nach Warburg. Dort stand die Besichtigung der Sandtner Orgel in der Altstadtkirche St. Marien im Mittelpunkt. Nach einer kurzen Einführung ließ unser Kirchenmusiker Harduin Boeven die Orgel mit ihren 33 Registern und fast 2000 Pfeifen in ihrer ganzen Vielfalt und ihrem in dieser Gegend nicht häufig anzutreffenden französisch-romantischen Klangbild erklingen. Typisch für eine Orgel nach französischem Muster sind der Reichtum an Zungenstimmen, die Verwendung von Cornetten in jedem Manualwerk und die ausgeprägten Charaktere der Grundstimmen. Eine wunderbare Improvisation über das Osterlied „Das Grab ist leer…“ erzeugte bei den Zuhörern Gänsehautmomente mit entsprechendem Applaus.

Die Teilnehmer hatten im Anschluss die Möglichkeit, die Orgel aus nächster Nähe zu betrachten und Fragen zu stellen. Harduin Boeven erläuterte die technischen Besonderheiten des Instruments und ging auf die stilistischen und technischen Möglichkeiten ein, die es bietet.

Die Orgelfahrt klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus. Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von den vielfältigen Eindrücken und der Möglichkeit, so unterschiedliche und wertvolle Instrumente kennenzulernen. Die fachkundigen Erläuterungen und die musikalischen Darbietungen trugen maßgeblich zum Erfolg der Fahrt bei. Diese Orgelfahrt war nicht nur ein klangliches Erlebnis, sondern vermittelte auch wertvolles Wissen über die Geschichte, den Bau und die Bedeutung von Orgeln als bedeutendes Kulturgut unserer Kirchen. Sie trug dazu bei, die Begeisterung für die Orgelmusik weiter zu fördern und den Austausch zwischen Orgelliebhabern zu stärken.

Bitte unterstützen sie weiter den Orgelbauverein an St. Nicolai für den Erhalt und die Erweiterung unserer Orgel. Werden auch sie Mitglied oder spenden sie für das Projekt. Spenden können entweder im Gemeindebüro abgegeben werden oder als Überweisung auf das Konto des Orgelbauvereins erfolgen. Bitte sprechen sie uns an.

August Sternberg, Patrick Heinrichsmeier

Förderverein für eine neue Orgel an St. Nicolai