Ich grüße Sie alle ganz herzlich in dieser so außergewöhnlichen Zeit.

Auf diesem, auch für mich neuen Weg, möchte ich Ihnen ein Zeichen der Ermutigung und Zuversicht senden bei allen Anforderungen, Sorgen, Ängsten und Fragen.

Alle sind an ihrem Platz gefordert mit dieser neuen Situation umzugehen.

In unserer Welt erscheint uns oft alles erreichbar und verfügbar.

Nun erfahren wir, dass dies eine Illusion ist.

Wir werden zum eigenen und vor allem zum Schutz der Schwächsten gezwungen, unsere Lebensgewohnheiten auf radikale Weise zu verändern.

Leben ist für mich Energie in Bewegung, ein Schwingen zwischen den Polen: Hell und Dunkel, Einatmen und Ausatmen, Gemeinschaft und Alleinsein, Gesundheit und Krankheit, Freude und Leid.

Unser Verstand weiß das.

Und wir fühlen es in dieser Krise: viele Menschen sind lahmgelegt und zum Stillstand gezwungen.

Andere sind in höchster Spannung, die großen Aufgaben zu bewältigen.

Leben ist Energie im Fluss.

Doch sind Menschen oft versucht, sich mit einem der Pole zu verbünden und wollen diesen bewahren.

Wenn wir etwas festhalten wollen,

wenn wir uns gegen die Vergänglichkeit sträuben, ist unser tiefster Grund die Angst.

Die Angst vor dem Neuen ist die Angst vor der Unsicherheit.

Dies ist die Angst vor dem Leben selbst,

denn Leben ist nun mal von Natur aus unsicher.

In meiner Arbeit begegne ich Menschen, die vor der Aufgabe stehen das Unveränderliche anzunehmen.

Es bricht oft ganz plötzlich in ihren Alltag.

Eine Krankheit oder Behinderung, ein Schicksalsschlag, der Verlust eines geliebten Menschen.

In einer solchen Lebenssituation nicht zu verzweifeln, kann gelingen über die innere Arbeit das „Ja“ zu suchen:

das „Ja“ zur Annahme des Unvermeidlichen,

das „Ja“ auch zu Leid und Schmerz.

Dieser Weg ist ein Suchprozess und Anstrengung.

Ich bin mir bewusst, wie schwer das ist.

Es ist harte Arbeit.

Und: es gelingt immer wieder!!

Die Kraft der Lebensbejahung ist eine Kraft, auch die schwierigen Erfahrungen anzunehmen. Für mich ist sie die göttliche Schöpferkraft.

Was stärkt in uns Menschen diese Kraft der Lebensbejahung?

In der biblischen Erzählung des heutigen Sonntags wird von der wunderbaren Begegnung zwischen Jesus und einem Blinden berichtet.

Die Kraft der Verwandlung des Unabänderlichen in dieser Begegnung liegt in der Berührung.

Keine Sorge, ich möchte Sie nicht auffordern in dieser Zeit die notwendigen Schutzmaßnahmen über Bord zu werfen.

Ich möchte Sie ermutigen, sich innerlich berühren und stärken zu lassen.

Lassen Sie sich anrühren und antworten Sie, indem Sie das jetzt Notwendige tun.

Und es können uns die Augen aufgehen…

Mit den vielen Möglichkeiten, die wir haben, mit Energie, Kreativität und Phantasie können wir unseren Beitrag dazutun, diese Krise zu bewältigen.

Bleiben Sie mit den Menschen in Ihrem Lebensumfeld auf Abstand in Berührung.

Es braucht die wache Aufmerksamkeit für die, die die Hilfe der Stärkeren brauchen.

Ich bin so dankbar den vielen, die sich in den sozialen Arbeitsfeldern bis an die Grenzen und darüber hinaus einsetzen.

Für uns alle ist die aktuelle Situation verwirrend und befremdlich.

Gegen das Gefühl der Entfremdung setzte Jesus als seine Resonanz die Berührung.

Zur Resonanz kommt es, wenn ich mich auf Fremdes, Irritierendes einlasse…

… auf all das, was sich außerhalb meiner Kontrolle befindet.

Das Ergebnis kann ich nicht vorhersagen oder planen.

Wenn es jedoch geschieht, wird es mich, uns, die Welt verändern.

Und es bleibt das Moment der Unverfügbarkeit.

Religiös gesprochen: die Erfahrung des Göttlichen.

Viele lassen sich so sensibilisieren – auch in der Krise- für sich selbst und das Gemeinwesen. Klasse Aktionen finden statt.

Hören Sie täglich die Verbundenheit, wenn die Glocken ertönen in unserer Stadt. Achten Sie auf Zeichen, wo Menschen sich auch in spiritueller Gemeinschaft stärken.

 

Das ist das Wunderbare, dass wir Menschen einander so begegnen können, dass wir uns

– auch über die äußere Distanz hinweg –

innerlich berühren und in Verbindung sein können.

Dass wir Vertrauen schenken und damit Lebensmut.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wenn Sie mit mir in Kontakt und Resonanz treten wollen, so schauen Sie auf der Homepage und finden Sie die Möglichkeiten.

Ich wünsche Ihnen und ihren Lieben alles Gute und uns allen Gottes guten Geist.

Irmgard Salmen

Videoansprache

Irmgard Salmen

Dipl. Religionspädagogin (kath.)

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