Einblicke

Marienmonat Mai

By 4. Mai 2020 Mai 7th, 2020 No Comments

Ursula Exler und Rita Lübbers vom Liturgiekreis schmücken den Pavillon mit dem Marienbild an der Rüthener Straße in Bökenförde. Das Poster zeigt das Gnadenbild, das in der St.-Dionysius-Kirche steht. Für den Marienmonat wollten die vier Mitglieder des Kreises den Autofahrern einen positiven Gedanken mit auf den Weg geben. „Maria-to-go haben wir das als Arbeitstitel genannt“, erklärt Ursula Exler. Ziel sei es, Maria im Mai in den Alltag zu holen. Die Idee folgt dem Vorbild des Vinzenzkollegs in Lippstadt, wo die Monstranz seit Mitte März an einem Fenster präsentiert wird. Fotos: Karin Schlüter

In diesen Tagen bricht der Mai an. Draußen grünt und blüht es, Tag für Tag wird es wärmer. Auch wenn in diesem Jahr vieles anders ist, spüren wir auch in diesem Mai, dass wir uns auf den Sommer zubewegen.

Traditionell ist der Mai ein Monat, der besonders der Mutter Jesu, Maria gewidmet ist. Der Mai ist ein Frühlingsmonat und die Natur erwacht zum Leben. Und Maria, die Mutter Jesu ist schließlich ein Inbegriff des wachsenden Lebens. Sie hat Gottes Sohn geboren, der den Tod besiegt hat und steht somit, wie der Mai, für den Neuanfang. Tatsächlich wird der Marienmonat deshalb bei den Katholiken auf der Südhalbkugel im November, dem dortigen Frühling begangen.

Maria ist nicht nur die Mutter Gottes, sondern auch die Mutter aller Gläubigen, die sich unter ihren Schutz stellen: „Maria breit den Mantel aus, mach Schutz und Schirm für uns daraus“. So begegnen sich in der Verehrung Marias  auf wunderbarer Weise hohe Theologie und innige Volksfrömmigkeit. Das einfache Mädchen wird zur Gottesmutter, zur Himmelskönigin und zur Königin der Herzen  vieler Gläubigen, die einen Gott suchen, der ihnen so nahe ist, wie sie sich der jungen Frau aus dem Volk fühlen. Maria wird, so wie alle Heiligen in der katholischen Kirche, von den Gläubigen als Mittler angerufen, nicht angebetet. Maria wird verehrt, da sie trotzdem ein ganz normaler Mensch bleibt: Als Frau in schwierigen Umständen: Unverheiratet und schwanger, ohne Obdach geflüchtet und verfolgt. Als Mutter eines Kindes, das leiden muss und früh stirbt und das ihrem Glauben unendlich viel abverlangt. Sie steht da als Mutter, die alles versteht und immer ein offenes Ohr hat.

Und so einer Frau kann man gar nicht genug Altäre weihen.

In fast jeder Kirche findet sich jetzt der „Maialtar“, eine besonders mit Blumen und Kerzen geschmückte Marienstatue, die optisch den Mittelpunkt der Maiandachten bildet, Andachten zu  Ehren der heiligen Gottesmutter Maria.

Die Bökenförder St. Dionysiuskirche beherbergt mit dem Gnadenbild der Mutter der göttlichen Gnade einen wertvollen Schatz. Die aus Lindenholz gefertigte romanische Sitzmadonna stammt aus dem12. Jahrhundert. Das Gnadenbild, welches im Seitenschiff der Pfarrkirche zu sehen ist, zeigt den für die Romanik typischen Madonnentypus der thronenden Sitzmadonna mit dem Jesuskind: Maria, als erhabene Mutter des göttlichen Kindes, hält die Weltkugel selbst in der rechten Hand. Sie erscheint als Königin und zugleich als Mutter.

Bökenförde ist ein Wallfahrtsort,  dessen Beginn bereits im 17. Jahrhundert liegt. Durch Zeitzeugenprotokolle ist bekannt, dass es eine Marienverehrung mit Prozession gab. Bis heute wird Maria in Bökenförde besonders verehrt.

Auch und besonders in diesem Jahr ist in der Bökenförder Kirche die Marienstatue mit herrlichem Blumenschmuck zu bewundern.

Wir laden alle Interessierten ein, das Gnadenbild zu besuchen. Texte zur „eigenen Andacht“ liegen aus. (Dass die nötigen Abstandsregeln eingehalten werden, wird entsprechend vorbereitet.)

Bei trockenem Wetter findet am 13. und am 27. Mai  jeweils um 19.00 Uhr auf dem Kirchplatz eine Maiandacht statt.

Bitten wir die Gottes Mutter – wie auch alle unsere Vorfahren es getan haben –  um ihren besonderen Schutz!